Langfristiger Heilmittelbedarf, besonderer Verordnungsbedarf, neue Heilmittelrichtlinien… Seit Beginn dieses Jahres müssen sich Therapeuten auf Veränderungen einstellen.

Die wichtigen Informationen haben wir noch einmal aufbereitet und zusammengefasst.

Änderungen: neue Verordnungsvordrucke, Heilmittelrichtlinien, Heilmittelkatalog, langfristiger Heilmittelbedarf und besonderer Verordnungsbedarf, Patienteninformation zur Genehmigung langfristiger Heilmittelbehandlungen, Verordnung im Rahmen des Entlassmanagements, Information zur Erstfassung der Heimittel-Richtlinie Zahnärzte.

Seit Anfang Januar gibt es z. B. neue Verordnungsvordrucke, die ein Feld für einen zweiten, ergänzenden ICD-10-Code vorsehen. Sollten Sie ein altes Verordnungsformular von einem Arzt erhalten, wird dieses noch bis zum 30.06.2017 (Ausstellungsdatum) von den Krankenkassen in der Abrechnung akzeptiert,  sofern diese alle erforderlichen Angaben enthalten.

Die Heilmittel-Richtlinie wurde um die Anpassung der Regelung des langfristigen Heilmittelbedarf § 8a ergänzt. Die Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Rahmenrichtlinie) erhalten Sie hier

Heilmittelkatalog (2. Teil der Richtlinie: Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen) Stand: 01.01.2017. Bei der Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen wurden einige Änderungen vorgenommen. Die wesentlichen Änderungen sind:

  • Künftig ist unter den Indikationsschlüsseln LY2 und LY3 Manuelle Lymphdrainage als 30-Minuten-Einheit (MLD30) verordnungsfähig. Damit künftig auch bei länger dauerndem Behandlungsbedarf die Verordnung von Lymphdrainage bei Betroffenheit von nur einer Extremität möglich ist, wurde das Heilmittel MLD30 bei den Indikationsschlüsseln LY2 und LY3 ergänzt. Zudem wird klargestellt, dass die Kompressionsbandagierung im Anschluss an die Lymphdrainage zu erfolgen hat.
  • Im Verzeichnis der Abkürzungen im Heilmittelkatalog wurde die Bezeichnung für „KG-Muko“ durch „Krankengymnastik zur Behandlung von schweren Erkrankungen der Atmungsorgane, z.B. bei Mukoviszidose oder bei Lungenerkrankungen, die der Mukoviszidose vergleichbare pulmonale Schädigungen aufweisen“ ersetzt.
  •  Bei der Diagnosegruppe „Chronifiziertes Schmerzsyndrom CS“ wurde bei der Heilmittelverordnung im Regelfall „KTM“ durch „KMT“ ersetzt.
  • Bei den Diagnosegruppen „AT1/AT2/AT3 Störungen der Atmung“ wurde bei der Leitsymptomatik „c“ „spastische Atmungsstörungen“ durch „obstruktive Ventilationsstörungen“ ersetzt.
  • Bei der Diagnosegruppe „AT3 Störungen der Atmung bei Mukoviszidose“ wird „Muskoviszidose“ durch „Mukoviszidose“ ersetzt.
  • Anlage Heilmittelkatalog klicken Sie hier

Langfristiger Heilmittelbedarf und besonderer Verordnungsbedarf inkl. Diagnoseliste: Das ist neu ab 1. Januar 2017. Klicken Sie hier. 

Anlage besonderer Verordnungsbedarf

Anlage Diagnoseliste-Heilmittelbedarf-besonderer-Veordnungsbedarf

Bei den in der Anlage 2 gelisteten Diagnosen in Verbindung mit der jeweils aufgeführten Diagnosegruppe ist von einem langfristigen Heilmittelbedarf auszugehen. Ein Antrags- und Genehmigungsverfahren findet nicht statt. Für Versicherte mit langfristigem Heilmittelbedarf können vom Arzt von Beginn an direkt Verordnungen außerhalb des Regelfalls ausgestellt werden, ohne dass zuvor Erst- oder Folgeverordnungen nötig werden.Bei vergleichbaren, aber nicht in Anlage gelisteten schweren dauerhaften funktionellen/strukturellen Schädigungen, ist ein Antrags- und Genehmigungsverfahren erforderlich.

Die Anlage Patienteninformation zur Genehmigung langfristiger Heilmittelbehandlungen erhalten  Sie hier

Versorgung der oder des Versicherten unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus/ Verordnung im Rahmen des Entlassmanagements. Klicken Sie hier

Gemäß dem Rahmenvertrag nach § 39 Abs. 1a S. 9 SGB V vom 17.10.2016 sind Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements mit der Sonderkennzeichnung „Entlassmanagement“ zu kennzeichnen. Zudem muss das Entlassdatum angegeben sein. Dieses ist auf der Verordnung im Feld „Datum“ eingetragen. Des Weiteren sind Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements zusätzlich durch das einstellige Zeichen „4“ im Feld „Status“ gekennzeichnet. Die Behandlung muss spätestens sieben Kalendertage nach der Entlassung aufgenommen werden und spätestens zwölf Tage nach der Entlassung abgeschlossen sein. Die nicht innerhalb von zwölf Kalendertagen in Anspruch genommenen Behandlungen verfallen.

Information zur Erstfassung der Heimittel-Richtlinie Zahnärzte
Am 15.12.2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Heilmittel-Richtlinie und den Heilmittelkatalog für Zahnärzte verabschiedet.

Der Heilmittelkatalog tritt jedoch erst in Kraft, wenn das Bundesgesundheitsministerium (BmG) seine Zustimmung erteilt und alles im Bundesanzeiger veröffentlicht wird, frühestens aber zum Stichtag 01.07.2017. Entsprechende Anpassungen und Änderungen können jedoch erst umgesetzt und eingeführt werden, wenn das Regelwerk endgültig verabschiedet ist. Sobald das Regelwerk erstellt wurde, informieren wir unsere Mitglieder.