Informationen zum Thema Corona und Praxisschließung- Update 12.03.2020

Das Thema „Corona“ ist nach wie vor hoch aktuell und wir erhalten zunehmend Anfragen hierzu. Eine Information zum Aushängen in der Praxis bzw. an die Praxistür erhalten Sie hier:  Patienteninformation.  Weitere Infos,  zu Quarantäne-Maßnahmen, Kurzarbeitergeld,  (Hygiene-)Informationen und ob die Behandlung von Patienten abgelehnt werden darf,  siehe unten…

Diese beziehen sich auch auf die Fragestellung: Was passiert, wenn eine Praxis aufgrund von Corona schließen muss? Wir haben daher hier für Sie die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Quarantäne-Maßnahmen können durch die Gesundheitsämter der einzelnen Bundesländer verhängt werden. Diese Entscheidungen basieren auf der Lageeinschätzung des Robert-Koch-Institutes. Gesundheitsamt nach Postleitzahl oder Ort klicken Sie hier

  • In einem Quarantäne-Fall entfällt für Arbeitnehmer die Leistungspflicht, es sei denn es besteht die Möglichkeit die Arbeit im Home-Office zu erledigen. Ausgefallene Arbeitszeiten müssen in der Regel nicht nachgeholt werden (Achtung: ggf. einzelne Tarifverträge beachten).
  • Der Arbeitgeber hingegen ist zur Entgeldzahlung verpflichtet (§ 615 Satz 3 BGB). Eine Rückerstattung der Kosten ist im Nachhinein durch die Behörden möglich.
  • Auch für Selbständige und Freiberufler gilt nach dem Infektionsschutzgesetz, dass der Verdienstausfall erstattet wird. Die Entschädigung orientiert sich hierbei am letzten Jahreseinkommen.
  • Besteht eine Betriebsausfall-/Betriebsunterbrechungsversicherung empfiehlt es sich seinen Versicherer zwecks möglicher Kostenübernahme zu kontaktieren.
  • Weitere Informationen für Unternehmen:

    Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) stellt aktuelle auf seiner Internetseite Informationen für Unternehmer bereit: www.bmwi.de
    Hotline für Unternehmen: 0 30 18615 1515  (Montag – Freitag, 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr)

    Sollten Patienten aus Sorge vor einer Ansteckung kurzfristig ihren Termin absagen, kann ihnen der Termin entsprechende der 24 Stunden-Regel in Rechnung gestellt werden.

    (Hygiene-)Informationen:
    •    Regelmäßig und gründlich Hände waschen (mindestens 20 Sekunden lang)
    •    Husten und Niesen in die Armbeuge
    •    Verwendung eines viruzides Desinfektionsmittels

    Aktuelle Informationen zum Thema Corona und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen finden Sie außerdem stets beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de) und dem Bundesgesundheitsministerium (www.bundesgesundheitsministerium.de).

    Recht | Angst vor dem Coronavirus: Kann ich Patienten ablehnen?

    Muss ich einen Patienten behandeln, bei dem aufgrund seiner jüngsten Kontakte ein begründetes Risiko besteht, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte?

    Beispiel aus der Praxis: Ein Patient musste seinen Physiotherapietermin verschieben, um an einer aktuellen Tagung mit Medizinern aus verschiedenen asiatischen Staaten teilnehmen zu können. Nun gibt es Bedenken in der Praxis …

    Experten-Antwort

    Als Therapeut mit Kassenzulassung haben Sie einen Behandlungsauftrag gegenüber Patienten mit gültiger Verordnung. Grundsätzlich hat die Behandlungspflicht jedoch da ihre Grenzen, wo eine Behandlung Menschen gefährdet. Die Frage ist, ob der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus die Behandlungspflicht aushebelt. Wenn man weiß, dass durch einen Patienten die Gefahr einer Infektion für den Therapeuten und für andere Patienten besteht, ist es durchaus vertretbar, diesen Patienten nicht zu behandeln. Denn die Behandlung in dieser Situation kann zu gefährlich sein, bis der Patient den Verdacht hat abklären lassen. Im Zweifelsfalle kann der Patient sich im Krankenhaus behandeln lassen.

    Das gilt übrigens für jede ansteckende Krankheit: Wenn sich jemand vorstellt, von dem man weiß, dass er gefährlich für den Therapeuten oder für andere Patienten werden kann, wird man mit der Be-handlung warten, bis der Patient wieder insoweit genesen ist, dass nicht mehr von einem Ansteckungsrisiko ausgegangen werden muss und somit keine Gefahr mehr für andere Patienten oder Praxismitarbeiter besteht. Als Praxisinhaber sind Sie verpflichtet, Ihre Mitarbeiter zu schützen. Umgekehrt gilt für Mitarbeiter, dass sie nicht in der Praxis arbeiten dürfen, wenn ihnen bekannt ist, dass sie eine ansteckende Erkrankung haben. Das gilt auch beim Verdacht auf Grippe oder sonstige Infektionskrankheiten. Und selbstverständlich sind die gängigen Hygienemßnahmen in der Praxis streng einzuhalten. Bitte sensibilisieren Sie dafür entsprechend Ihr Team.

    Infektionsschutz in der Praxis ist übrigens nicht erst seit dem Coronavirus wichtig. Auch Patienten mit einer Influenza sind potenziell ansteckend und es gilt, eine Ansteckung zu verhindern. Weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, dass die Arbeitskraft Ihrer Therapeuten wertvoll ist, und dass Ihre Praxis daher gezwungen ist, Patienten mit ansteckenden Krankheiten abzulehnen. Sie können auch in Ihrem Behandlungsvertrag oder in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen festlegen, dass in Ihrer Praxis Behandlungen bei Patienten mit akuten, ansteckenden Erkrankungen, die eine Gefahr für die behandelnden Therapeuten darstellen, ausgeschlossen sind.